Beiträge mit dem Tag „

Bundesfußballrepublik - Fußball als Identifikationsfaktor?

28. Juni 2010 von Kristina Graf


„Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Fußballteam!“ So oder so ähnlich müsste unsere Nationalhymne an diesen Tagen eigentlich klingen. Denn nicht zuletzt stellt sich die Frage, warum wir solidarisch unsere Fahne schwingen und so unser Land stolz ins schwarz-rot-gelbes Licht tauchen? Lieben wir unser Land so sehr oder ist es der bloße Kampf um den Cup? Warum haben wir denn gezittert, als das Deutsche Team den Weg ins Achtelfinale beim Spiel gegen Ghana versuchte? Wir haben gezittert, weil das prophezeite Sommermärchen 2010 sonst nicht statt fände, hätten die Deutschen gegen Ghana verloren. Wir haben also nicht für den Fußball gezittert, sondern für das Gefühl, dass uns der Fußball an diesen Tagen beschert: das Gefühl der Einheit! Der Zusammengehörigkeit!

Denn wir alle wissen: Sobald kein Deutscher Nationalspieler mehr seinen Fuß auf das afrikanische Spielfeld setzen darf und winkend aus dem Fenster des Flugzeugs den afrikanischen Kontinent verlässt, ist es ein für alle Mal aus. Das Sommermärchen 2010 platzt und noch viel wichtiger, mit ihr das deutsche Zugehörigkeitsgefühl. Das ist es, was uns Angst macht. Das ist es, wovor wir am meisten zittern. Dann ist alles vorbei: Die Fähnchen werden abgenommen, werden verstaut für die nächste EM und die nervigen Vuvuzelas sind dann auch vergessen. Hier und da in der Ferne hört man sie noch - das nervige Getöse! Nervig? Vielleicht. Aber irgendwie vermissen wir sie schon: Weißt du noch WM 2010, diese dämlichen Tröten? Aber, war das geil!

Gepriesen werden die Spieler, da sie uns dieses Gefühl der Einheit vermitteln. Gepriesen wird nicht der Sieg. Und jeder fragt sich im Nachhinein: Warum ist das für uns Deutsche so schwer, dieses Gefühl jeden Tag zu leben? Denn sobald der Fanatismus für Deutschland keinen Grund mehr hat, vergessen wir, wer wir wirklich sind: Ein Volk, dass sein Land liebt, ein Volk, dass nach Zugehörigkeit schreit, jenseits der historischen Ereignisse, die uns dieses Gefühl streitig machen. Und das Traurige ist, niemand will für dieses Gefühl außerhalb einer Fußball WM einstehen. Unsere Gesellschaft nicht, schon gar nicht die Politik.

Wir schwingen die Fahne für einen kurzen Moment, freuen uns über das Wesen Deutschland, aber in der Gesamtheit interessiert es uns nicht: „Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe deutsches Fußballteam!“ Stattdessen freuen wir uns, wenn es etwas zu meckern gibt und die Opposition nach Veränderung schreit. Aber eine Veränderung ist es nie, bloß eine Weiterführung dessen, was bereits gesagt worden ist. Wenn uns Deutschen dieses Gefühl der Einheit schon nicht fremd ist, warum verleugnen wir es dann? Warum gibt es immer wieder Gründe, das eigene Land, in dem man geboren und aufgewachsen ist, zu verlassen? Warum wehren wir uns nicht gegen das Schlechte und warum versuchen wir stets das Gute darin zu sehen?  Wieso tolerieren wir viele Dinge, die um uns herum passieren, obwohl wir wissen, dass sie falsch sind? Wieso stehen wir nicht gemeinsam für das ein, was uns zusteht: das Gefühl der Zugehörigkeit? Denn es sind nicht die historischen Wurzel, die uns dieses Gefühl verwehren. Das sind wir selbst.

Wie wird man über uns sprechen? Deutsches Volk? – Ach ja, das sind doch die, die zu Tausenden den ausländischen Präsidentschaftskandidaten Obama verehrt haben -  Ich erinnere mich, das sind doch die, die sich über Fußball und den Grand Prix identifiziert haben - Nein, es gab gar kein deutsches Volk – die hießen Ossis und Wessis.

Politisch betrachtet, gibt es nur eine Persönlichkeit, die uns alle rettet: Der Bundespräsident. Denn er muss es ein - der Messias der Deutschen. Er muss die patriotische Stärke Deutschlands repräsentieren. Er muss das Gefühl der Zusammengehörigkeit den Deutschen zurückgeben. Ob es dem neuen Präsidenten gelingt, das Herz der Deutschen „schwarz-rot-gold“ schlagen zu lassen, ist eine berechtigte Frage und die Antwort kennen wir auch: Ohne die Unterstützung durch das Volk, ohne die Ehrerbietung durch das Volk - wohl kaum. Und das ist kein Appell an nazistische Verfechter. Es ist das Recht, das uns zusteht. Denn es ist notwendig, dass wir unsere landeseigenen Persönlichkeiten verehren und sie als Vorbilder betrachten - als Retter der Welt, als mögliche Nobelpreisträger. Wir sollten nicht etwas verleugnen, dass seit geraumer Zeit existiert: Uns selbst als vereintes Volk, das stolz die Fahne auch außerhalb einer Fußball WM schwingt.

Stoppt politische Spekulanten!

16. Mai 2010 von Uwe Alschner

Frank Schirrmacher ist Mitherausgeber der FAZ. Die FAZ ist das Stammblatt der Konservativen in Deutschland. Ergo ist Frank Schirrmacher konservativ, sollte man meinen. Oder auch nicht! Vielleicht ist Schirrmacher einfach konsequent in der Verwirklichung seiner Big Five for Life. In jedem Fall ist er kein Mensch, der sich einfach in Schubladen stecken lässt. Das beweist sein Artikel in der heutigen FASZ, in der er „Roland Kochs Wette“ und damit den hessischen Ministerpräsident frontal angeht. Allein aus diesem Grund schon lohnt sich die Lektüre (die jedoch leider online nicht angeboten wird). Es geht um eines meiner Big Five: Die Zukunftschancen unserer Kinder!
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Aus der FASZ vom 16. Mai 2010

Wir in NRW – ein Blog und seine PR

8. Mai 2010 von Udo Sonnenberg

Zugegeben, jedwede Behandlung eines Themas lenkt Aufmerksamkeit darauf. Auf der anderen Seite kann man sich nur eine Meinung bilden, wenn man Kenntnis und Hintergrundwissen von den Dingen hat. In NRW haben mittlerweile viele Menschen Kenntnis von einem Blog das sich mal eben „Wir in NRW“ genannt hat. Das ist ein hehrer Anspruch. In NRW leben immerhin fast 18 Mio. Menschen. Rund 13 Mio. dürfen morgen (Sonntag, 9.5.) wählen gehen. Das hat miteinander zu tun. Den ganzen Beitrag lesen »

SOSPD

26. November 2009 von Udo Sonnenberg

Was ist los mit der guten alten Tante SPD? Neuesten Umfragen zufolge sackt die Partei weiter ab. Okay, Umfragen mögen auch selbst zur „Meinungsbildung“ beitragen. Dennoch, die angekündigte harte Opposition wirkt zahnloser denn je. Die deutsche Sozialdemokratie ist so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass die Luft für inhaltliche Arbeit sehr dünn geworden ist. Dabei hätte es die neue Regierung aus schwarz-gelb verdient, sich einer bisserfahrenen und -festen Opposition gegenüber zu sehen. Den ganzen Beitrag lesen »

Deutschland verändert sich

25. Oktober 2009 von Uwe Alschner

Die neue Bundesregierung steht. Und es ist eine Regierung, die Deutschland nachhaltiger und umfassender verändern wird, als dies die meisten Kommentatoren derzeit erwarten. Angela Merkel und Guido Westerwelle ist es gelungen, eine Regierung zu formen, die sowohl inhaltlich als auch personell überzeugen kann. Dabei ist bemerkenswert, dass weder das Regierungsprogramm noch das Kabinett auch nur ansatzweise dem konservativ-verknöcherten schwarz-gelben Schreckgespenst entsprechen, wie es die in hilfloser Nabelschau gefangene Opposition schon vor dem Wahltag zu zeichnen versucht hat.
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AGG Absurdistan

1. Juni 2009 von Udo Sonnenberg

Wieder einmal wird deutlich, dass gut gemeint das Gegenteil von gut ist. Vor knapp drei Jahren, am 18. August 2006, trat das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG oder bekannter als „Anti-Diskriminierungsgesetz“) aufgrund einer Vorgabe aus Brüssel auch in Deutschland in Kraft. Ziel dieser Regelung ist der Ausschluss von Ungleichbehandlungen aufgrund von Rasse, ethnischer Herkunft, Weltanschauung, Religion, Behinderung, Alter, sexueller Identität oder Geschlecht; soweit so gut. Zwar wähnen sich die im Recht, die von vorneherein gesagt haben, dass eine Prozessflut ausbleibe. Dennoch haben einige Wenige es offenbar geradezu mit Akribie darauf abgesehen, Prozesse anzustrengen, wo der normale Menschenverstand die Sache auf sich beruhen lassen würde. Den ganzen Beitrag lesen »

Braupolitische Kommunikation – Gefahr in Verzug

31. März 2009 von Udo Sonnenberg

Wie soll die “Gesellschaft” des “Problems” Alkohol Herr werden? Na klar, durch Regulierung! Die zwar etwas abgeflaute, aber nach wie vor virulente Diskussion um die Erhöhung der Alkoholsteuern macht eines deutlich: Hier wird sensibles Terrain beschritten. Dieser politische Urstreit über die Optimierung der Einnahmen, um gewünschte Ausgaben bestreiten zu können, hat in seiner langen Geschichte an Aufmerksamkeitserregung nichts verloren. Den Fokus aber nur auf die Steuern zu richten, hat einen fatalen Nebeneffekt: Sie verstellt den Blick für andere, ebenfalls wichtige Politikfelder, wie z.B. die Gesundheits- und Verbraucherschutzpolitik. Diese schmerzliche Erfahrung musste u.a. die Tabakindustrie machen und hat dadurch am Ende alles bekommen, was sie zu verhindern versucht hat: Höhere Steuern, Kennzeichnungspflichten sowie Werbe- und Konsumverbote. Was für Lehren lassen sich daraus für die Brauwirtschaft ziehen und welche Maßnahmen in der politischen Kommunikation machen Sinn? Den ganzen Beitrag lesen »

Berliner Rede - zur Lage der Union

25. März 2009 von Uwe Alschner

Reden des US-Präsidenten heißen State of the Union Address. Wörtlich übersetzt: Rede zur Lage der Union. Genau das hat Horst Köhler gestern gehalten. Eine Rede, die sich formal an das ganze Land, Bürger und Politik, Wirtschaft und Medien wendete. Aber tatsächlich entscheidende Bedeutung wird die Rede für CDU und CSU bekommen. Seine Rede wendete sich an die Union, die am Scheideweg steht. Köhlers Kernsatz wurde allgemein als eine Mahnung an die Große Koalition verstanden, doch es ist vor allem eine Mahnung an die Union:

“Die Krise ist keine Kulisse für Schaukämpfe. Sie ist eine Bewährungsprobe für die Demokratie insgesamt!”       

Vor allem CDU und CSU hat Horst Köhler gestern klargemacht, dass die Politik Angela Merkels als Bundeskanzlerin in schwieriger Zeit Handlungsfähigkeit bewiesen und kurzatmigen Aktionismus vermieden hat. Sie stehe vor schwierigsten Abwägungen und Entscheidungen. Köhler wörtlich: “Die Richtung stimmt“. Es ist an der Union, nun den 1997 von Roman Herzog in der ersten Berliner Rede geforderten Ruck zu erzeugen und sich hinter ihrer Vorsitzenden und Kanzlerkandidatin zu vereinigen. Den ganzen Beitrag lesen »

Wahres und Unangenehmes in der Sozialpolitik

24. Februar 2009 von Uwe Alschner

Philipp Missfelder hat eine flinke Zunge. Und er ist erfolgreich. Sitzt mit 29 Jahren im Bundestag, hat den direkten Draht zur Kanzlerin. Viel Ehr, viel Feind! Nach den Hüftgelenken 2003 hat er sich in der vergangenen Woche erneut viel Hass und reichlich Ärger eingehandelt, weil er kritisiert hat, dass die höchstrichterliche Vorgabe zur Sicherung des Existenzminimums bei Kindern in bar ausbezahlt wird. Ob er gut beraten war, in dieser Form zu polarisieren, muss er selbst wissen. Dass er jedoch ein ein wichtiges Thema angestossen hat, zeigen auch die Äusserungen des sozialdemokratischen Bezirksbürgermeisters im Berliner Problem-Kiez Neukölln, Heinz Buschkowsky im DLF. Den ganzen Beitrag lesen »

Widersinn in der Krise: Crash schwächt Börse und Staat - nur Pharma nicht

20. Februar 2009 von Uwe Alschner

In der Wirtschaft geht die Angst um:

  • Giganten der Börse taumeln
  • Dax, DowJones und Nikkei im freien Fall
  • Traditionsunternehmen vor dem aus
  • Der Staat muss es retten - und wird noch dafür kritisiert, wenn er es tut. Siehe HRE.
    Doch eine Branche ist “krisenresistent” und “floriert” wie nie. Nein, nicht Tabak. Das Rauchverbot wirkt und lässt auch hier die Uhren anders gehen als gewohnt. Nicht die Rüstung, wo sich die geänderte Weltlage spätestens mit dem Obama-Sieg wieder auf die Diplomatie konzentriert. Es ist “Big P”, die Pharma-Branche. Den ganzen Beitrag lesen »