Welcher der drei Begriffe tanzt hier aus der Reihe? Richtig, das Plakatieren – hier wird nicht „gemischt“ oder „gehäufelt“ wie es bei der Auszählung kommunaler Stimmen möglich ist, sondern geklotzt. Auch wenn Plakate zum Wahlkampf gehören wie das Salz an die Suppe, so erhitzen sie doch bisweilen die Gemüter. Amüsant sind einige Plakate und man denkt insgeheim: „Kompliment an den Creative Director der Werbeagentur“. Andere sind eher unverständlich, wieder andere eine Provokation und ganz andere, sind so groß, dass sie schon deshalb auffallen. So geschehen in Berlin am Charlottenburger Tor – nicht zu verwechseln mit dem Hauptstadtsymbol, dem Brandenburger Tor!
Dort also, am Charlottenburger Tor, hat die CDU ein Wahlkampfplakat der Superlative installieren lassen. Die Stiftung Denkmalaschutz, die das Tor schon seit geraumer Zeit sanieren lässt, finanziert über diese Megaposter-Werbung die Sanierungsmaßnahme. Soweit so gut. Während nun das Bezirksamt Mitte-Tiergarten politische und religiöse Werbung an öffentlichen Gebäuden gar nicht gerne sieht, argumentiert die Stiftung Denkmalschutz, dass eine entsprechende Verordnung seit ein paar Jahren gar nicht mehr in Kraft sei. Schon wird aktiv über die Novellierung der Bauordnung nachgedacht. Das wiederum ruft die Werbewirtschaft auf den Plan, die ihre Großflächen und damit Umsätze schwinden sieht.
Was in Bezug auf das Wahlplakat selbst zunächst spektakulär erscheint, ist die Idee, es an so einer hochfrequentierten Straße (einige 10.000 Menschen unterqueren täglich das Tor) zu installieren. Allerdings fallen dem aufmerksamen Betrachter sofort zwei Fragen ein: Wer bezahlt das? Und warum sind Wahlplakate plötzlich so groß? Und hier liegt der Hund begraben: Schrecken solche Monsterplakate die Wähler nicht eher ab, als dass sie sie animieren wählen zu gehen? Eines hat das Plakat indes bewirkt und das ist ja heutzutage, wo es immer mehr um Guerilla- und Viral-Marketing geht, wichtig: Plakat und Partei sind in aller Munde – was dieser Beitrag ebenfalls belegt…
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am Montag, den 7. September 2009 um 11:44 Uhr veröffentlicht
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