Zehn Milliarden Euro soll das für 2010 erwartete Defizit der Gesetzlichen Krankenversicherungen betragen, das durch steigende Kosten und fallende Beitragseinnahmen entsteht. Diskussionen und Entscheidungen darüber sind auf die Zeit ab dem 28. September vertagt. Wenn etwas für die ersten 100 Tage der nächsten Bundesregierung - egal in welcher farblichen Konstellation - sicher ist, dann die Erwartung, dass sie erste Kostendämpfungsmaßnahmen ergreifen wird, die noch zum 1. Januar 2010 wirksam werden dürften.
Ein konstanter Gesamtsozialversicherungsbeitrag wird wieder zu den wichtigsten politischen Zielen gehören. Dieser wird wird im Gegensatz zu den Vorjahren nicht mehr durch einen Ausgleich der Beiträge zu den verschiedenen Sozialversicherungen - wie 2009 Krankenkassenbeitrag hoch, Arbeitslosenversicherung runter - erhalten werden können.
Nach den öffentlichen Aussagen der Vorstandsvorsitzenden der DAK und der KKH-Allianz in diesem Sommer müssten die meisten Krankenkassen ab 2010 ohne politische Beschlüsse Zusatzbeiträge erheben. Beide Kassen verfügen innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherungen über eine relativ repäsentative Versichertenstruktur. Wenn schon sie mit ihren Vorwarnungen die Öffentlichkeit suchen, dürfte die Finanzlage in einer Reihe anderer Kassen, zuvörderst aus dem AOK-Verbund mit ihren älteren Versicherten, wesentlich prekärer sein. Nachdem die Arztkosten im Bundesdurchschnitt um neun Prozent, in den neuen Ländern sogar - politisch gewollt - um über 20 Prozent, gestiegen sind, sind hier wiederum auch besonders hohe Zusatzbeiträge zu befürchten. Das aktuelle durchschnittliche Plus von sechs Prozent bei den Arzneimittelausgaben dürfte flächendeckend insbesondere bei den Krankenversicherungen mit einer ungünstigen Versichertenstruktur zu erhöhten Kosten führen.
Grundsätzliche Systemveränderungen wird man in der kurzen Zeit zwischen der ersten konstituierenden Sitzung des neugewählten Bundestages kaum erwarten können. Weder die Einführung eines “Prämienmodells” (”Kopfpauschale”) noch einer “Bürgerversicherung” lassen sich vor Weihnachten im Gesetzgebungsprozess umsetzen. Eine insbesondere auf den Arzneimittelbereich und höhere Eigenbeteiligungen zielende Kostensteuerung ist hingegen mit einer stabilen Koalitionsmehrheit durchsetzbar. Dass dieser Themenkomplex im Wahlkampf derzeit ausgespart bleibt, ist kaum verwunderlich: jede Bundesregierung wird hier unpopuläre Maßnahmen beschließen müssen, die sich wohl kaum unterscheiden würden. Öffentliche Vorfestlegungen oder vereinfachende Ja-Nein-Polarisierungen in der Wahlauseinandersetzung würden die Gesundheitspolitiker binden.
Lesen und teilen>>
Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
Weitere Beiträge zum Thema:
Land im Widerspruch,
Die Generation der Amtsmüden,
Ein ganz einfacher Dreisatz,
Gesund ist das nicht!,
Deutschland ist nicht Florida - Warum Angela Merkel ihre Mehrheit nicht nur auf Überhangmandate stützen sollte,
Wie man sich als Politiker nicht im Web bewegen sollte: Ramelow polemisiert gegen Thüringer Blogzentrale und andere auf Twitter,
Afghanistan: Das "schlafende" Wahlkampfthema wurde "geweckt",
Rücktritt von Dieter Althaus - nach unterschwelligem "Charakter"-Wahlkampf,
Unterschwelliger "Charakter"-Wahlkampf in Thüringen nach Unfall von Dieter Althaus,
Vorausschauendes Lobbying,
Letzte Vorwahlkampf-Plenarsitzungswoche im Bundestag,
Unverblümtes Eigeninteresse,
Schizophrenie im Urteil der politischen Beobachter,
Wahlprognose schon seit einer Stunde getwittert? Erste Meldungen um 16:38 in twitter, Spiegel-Reporter mit dabei,
Was man so alles mit dem "Werkzeugkasten" www.wahlradar.de anfangen könnte ... ,
FDP und Silvana: Knieschuss im Wahlkampf,
Alles klar beim privaten Klinikbetreiber?,
Braupolitische Kommunikation – Gefahr in Verzug,
Mehdorn holte eigene offensive Kommunikation ein,
Vom "Sinn" der Großen Koalition und widersprüchlichen "Strohfeuern" ,
Was lehrt uns die Finanzkrise?,
BILD oder blöd?,
Bundeskanzlerin Merkel in der Strategiefalle,
Deutsche Apotheker in Europa - eine Woche der Entscheidungen,
Chapeau, Herr Doktor Döllein!,
Private Klinikbetreiber erleiden Rückschlag vor dem EuGH,
Gefahr erkannt - noch nicht gebannt!,
Gefahren durch kurzatmige Kapitalmärkte,
Nabucco – Der Koloss auf tönernen Füßen,
Kalkulierter Verfassungsbruch,
Bundesfußballrepublik - Fußball als Identifikationsfaktor?,
Für mehr Integrität in der Politik,
Kraft-Meierei,
Das Ziel ist klar, der Weg aber nicht,
Nicht auf Gegenseitigkeit - wie dann?,
Wir in NRW – ein Blog und seine PR,
Gipfel der Elektromobilität - eine kleine Nachlese,
Brüderle: keine deutschen Steuergelder für Griechenland,
Parteienfinanzierung: Wer glaubt an die Uneigennützigkeit von Spenden?,
Das Henne-Ei-Problem – Die EU-Zahlungszielrichtlinie,
Wozu anonyme Blogger? ,
Frage des Glaubens,
Wo ein Wille, da ist ein Weg: CC im Bundestag,
Wenn die Quelle versiegt,
Hut ab!,
Wer nicht will, der hat schon ,
Wahlen sind Zahlen,
"Die Vier" von Volker Zastrow - Ein "Schlüssel-Werk" über "getriebene Politik",
Wählerwahl,
Immer rein in die Gute Stube!,
Piraten helfen entern,
Panaschieren, Kumulieren, Plakatieren,
Wahlkampf im Web 2.0,
Intellekt auf der Suche nach Anerkennung,
Starke Meinungen bereichern die Debatte,
Es geschah am hellichten Tag,
Merkwürdiges Verständnis von >>Pressefreiheit<<,
Banken und Politik,
13. August 2009 - Warum ist in Berlin nicht mehr (Teilungs-) Geschichte sichtbar?,
Internet-Wahlkampf der besonderen Art,
Abwrackprämie macht aus der Apotheke einen Discounter,
Twitter hat sich mit Iran-Tweets emanzipiert,
"Gefallene" Blauhelme - Kommunikation des Afghanistan-Einsatzes hinkt hinter den Realitäten her,
Europawahl: Parteimitglieder von SPD, CSU und CDU mobilisieren kaum Wähler,
Schwer verdaulich: Mutterschutz-Diät und 80K-Zubrot,
Helianthus annuus,
Twitter als Allzweckwaffe?,
@bueti und der Stammtisch,
Professionalisierung vs. Amerikanisierung,
Twitter in der politischen Kommunikation,
Grün, naiv und unwirtschaftlich ?,
Tauss - der Wallraff des Bundestages?,
Peter Müller 2.0,
Die Causa Tauss - Verschwörung oder Versagen?,
Von Obama lernen!,
Reputation- und Krisenmanagement in der Politik 2.0,
Web 2.0 in der Politik,
Widersinn in der Krise: Crash schwächt Börse und Staat - nur Pharma nicht,
Stimmrechtsreform zur Bundestagswahl - eile mit Weile!,
Die Umfrage zum Lissabon-Vertrag,
Politik im Netz - Netzpolitik,
Wirtschaft und Kompetenz,
Das Imperium schlägt zurück...,
Qou vadis FDP?,
Obama und Ypsilanti - welch ein Unterschied!,
CO2 als Totschlagargument,
Moral setzt Freiheit voraus – Einschränkungen der Marktkommunikation sind kontraproduktiv für alle Beteiligten,
"Gesundheitscheck" der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP),
Das politische Dilemma ,
Schutz für die Wirtschaft,
Höhen und Tiefen in der Politik,
Sandkastenspiele!,
Frau Schavan, übernehmen Sie!,
Taktik ist’s, die bestimmt!,
Warum sehen wir den Silberstreif nicht?,
Ordnungspolitischer Sündenfall oder Common Sense?,
Was gesellschaftspolitisch richtig ist, macht auch ökonomisch Sinn,
Sozialdemokratisierung? Modernisierung!,
Eine Lobby für den Mittelstand!,
Wem gehören die Kommunen?,
Lobby under control?!?,
Beklemmendes Gefühl,
Journalismus als willfähriger Handlanger?*,
Journalismus als willfähriger Handlanger? und deren Tags:
Keine Tags
Der Beitrag wurde
am Donnerstag, den 27. August 2009 um 11:58 Uhr veröffentlicht
und wurde unter Gesundheitspolitik, Kommunikation, Wahlkaempfe, Wirtschaft abgelegt.
Sie können die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen.
Sie können einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf Ihrer Seite einrichten.