Der frühe Vogel frißt den Wurm, lautet eine Weisheit, die sich Ralf Stegner zu eigen gemacht hat: Frühzeitig und beherzt ein Thema zu besetzen, um daraus politisches kapital zu schlagen. Stegner ist ein Politkprofi. Manche nennen ihn “hartgesotten”, andere “ausgeschlafen”. Allen ist gemein, dass sie anerkennen: Stegner weiß was er will. Die Nummer eins sein. In der SPD-SH - aber auch in der Staatskanzlei! Und was er nicht will. Jetzt droht ihm die eigene Forscheit auf die Füße zu fallen …
Die Nummer zwei sein will Ralf Stegner schon lange nicht mehr. Heide Simonis, die nach dem Abgang von Björn Engholm lange Jahre die SPD in Schleswig Holstein und mit ihr auch das Land dominiert hat, kann ein Lied davon singen. Viele Insider gehen nach wie vor davon aus, dass Ralf Stegner bei der unrühmlichen “Abwahl” von Frau Simonis nicht so unbeteiligt war, wie er selbst es glauben machen will. Seit seinem Ausscheiden aus der Landesregierung hat sich Stegner darauf konzentriert, der ungeliebten Landesregierung unter Ministerpräsident Carstensen Druck zu machen. Auch im Fall der HSH-Nordbank hat Stegner Wert darauf gelegt, zu den “Aufklärern” gezählt zu werden.
Recherchen des NDR bringen nun zu Tage, dass Stegner selbst als Finanzminister Mitglied des Risikoausschusses im HSH-Nordbank Aufsichtsrat über die riskanten Praktiken des Managements früh informiert war - und geschwiegen hat. Wie Stegner hierzu Stellung nehmen will, bleibt abzuwarten. Ein schon vereinbartes Interview hat er platzen lassen. Wahrscheinlich weiß er, der ob seiner ruppigen Art auch Parteiintern “Polit-Rambo” genannt wird, dass es nun eng werden könnte. Denn auch er kennt die die zweite ornithologische Weisheit. Den frühen Vogel frisst die Katz!
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am Donnerstag, den 9. Juli 2009 um 17:23 Uhr veröffentlicht
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