CO2 als Totschlagargument

Zwar hat die Finanzkrise und die damit verbundenen Abgründe (Peer Steinbrück) aktuell ein wenig die Diskussion um das Klima überdeckt, CO2 muss aber immer noch für eine Menge herhalten: Z.B. kündigt Porsche ein neues Cabriolet damit an, dass es 70 % weniger CO2 (kein Witz!) verbrauche als ein vergleichbares Modell. Was kann oder verursacht CO2 eigentlich alles? Man sieht es nicht, man hört es nicht, man riecht es nicht, aber es fährt immer mit.Das Mitfahren ist so eine Sache: Insbesondere im Zusammenhang mit sog. Öko- oder Leichtlaufreifen spielt CO2 offenbar eine größere (politische) Rolle als gemeinhin vermutet werden könnte. Das hat natürlich auch die EU-Kommission erkannt, wo CO2 schon sehr lange groß im Geschäft ist. Hier gibt es zum Beispiel einen Entwurf für eine “Rahmenverordnung zu Typengenehmigungsanforderungen bezüglich der allgemeinen Sicherheitsanforderungen bei Kraftfahrzeugen” - auch das ist kein Witz, sondern Wirklichkeit.Was verbirgt sich dahinter? Eigentlich ganz einfach: Es geht u.a. um das “magische Reifendreick” Sicherheit, Rollgeräusche und Rollwiderstand; soweit so gut. Diese Kommissionsaktivitäten sind selbstredend niemandem aus der betroffenen Reifenbranche verborgen geblieben. Der größte europäische Hersteller (der mit dem Männchen auf dem Dach) betont natürlich seine bewußt auf Verbesserung des Rollwiderstandes dressierten Produkte, die besonders viel CO2 einsparen - oder besser vermeiden helfen sollen. Das, so könnte man denken, kommt dem Patenonkel von Knut, seines Zeichens deutscher Umweltminister, sehr zupass. Zumal dieser sich als absoluter Vorkämpfer in Sachen CO2 profiliert. Eigentlich müßte er auch schon lange zum CO2-Ritter geschlagen worden sein. Aber das dann ja noch kommen. Nun ist es interessant, dass eben jener Bundesumweltminister, seinen Parteifreund und europäischen Industrie-Kommissar Günter Verheugen auffordert, dass aus dem gleichseitigen Dreieck (Sicherheit, Rollgeräusche und Rollwiderstand) kein CO2-Kreis zulasten insbesondere der Sicherheit wird. Das ist insofern bemerkenswert, als dass damit endlich einmal jemand gegen die Flut von billigen Ökoreifen Partei ergreift, die gerade in dieser nassen und laubvollen Jahreszeit für viele Autofahrer ein echtes Verhängnis sind, weil sie hundsmiserabel bremsen. Da zeigt sich einmal mehr, dass CO2 eben nicht alles, um jeden Preis rechtfertigt. In einer “Umweltdiktatur” ist nämlich mitnichten alles grün! 

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