„Alle Produkte, für die Reklame gemacht wird, taugen nichts“, hat einmal ein großer Kritiker der kommerziellen Werbung gesagt. Emotional betrachtet, kann man dem nur zustimmen: Werden wir nicht täglich mit zum Teil aggressiven und nervtötenden Werbebotschaften geradezu bombardiert?! Bei dieser Diskussion sollte man jedoch zwei Ebenen unterscheiden: Die erste und banale Ebene bezieht sind auf die Inhalte von Werbung. Darüber kann trefflich gestritten werden. Ästhetik in Wort und graphischer Gestaltung sind mitunter nicht vorhanden und die Sinne werden geradezu beleidigt – das Gegenteil gibt es aber auch.
Eine andere Ebene bei der Analyse der heutigen Werbewelt bildet der Grundsatz des freien Wettbewerbs und der moralischen Verantwortung von Werbetreibenden. Es sind hier die Fragen nach der Freiheit und den Grenzen der Wirtschaft zu stellen. Freiheit und Wettbewerb bedingen einander: Es ist die Freiheit, die Unternehmen haben, sich auf dem Markt um die Wette bei Kunden zu bewerben. Keine Frage, diese Freiheit wird wie alles im Leben auch ausgenutzt und einseitig ausgelegt. Dass z.B. für illegale Produkte wie Rauschgifte keine Werbung betrieben wird, ist eine nicht weiter erwähnenswerte Selbstverständlichkeit. Dass darüber hinaus bestimmte Grenzen existieren wie ein Tabu für Alkoholwerbung in Schulnähe oder das Bewerben von Produkten, die unter menschenverachtenden Arbeitsbedingungen hergestellt wurden, sollte ebenfalls zum Allgemeingut gehören.