Chapeau, Herr Doktor Döllein!

Einen Beitrag eines jungen Allgemeinmediziners finde ich bemerkenswert! Dr. med. Jan Erik Döllein hat auf den NachDenkSeiten einen bemerkenswerten Beitrag verfasst. Auch wenn nicht jedes Deteil seines Dossiers unmittelbar nachvollziehbar ist, nötigt es Respekt ab, mit welcher Offenheit hier ein CSU-Kreisrat und Mitglied eines Verwaltungsrates im Kreiskrankenhauses Altötting/Burghausen die zunehmende Ökonomisierung des Gesundheitswesens beklagt. In der Tat ist es mehr als fragwürdig, weshalb die gängige Prämisse, das Heil des Gesundheitswesens, insbesondere der Krankenhäuser, liege in der Privatisierung, nicht längst gründlich und ausführlich hinterfragt worden ist. Dabei ist es für den Beobachter nicht entscheidend, ob Herr Dr. Döllein mit seiner Vermutung personeller Verpflechtungen und daraus erwachsender Abhängigkeiten zwischen Wirtschaft, Politik, Regierung und Think-Tanks Recht behält, oder nicht. Unbestreitbar handelt es sich bei dem Geld, was Krankenhäuser (wie niedergelassene Ärtze) für ihre Leistungen erhalten, um Mittel der Beitragszahler zur Krankenversicherung. Zumindest bei der Gesetzlichen Krankenversicherung, die in wesentlich engerem Sinne eine Solidargemeinschaft der Versicherten darstellt als ihr privates Pendant, sollte doch eigentlich klar sein, dass daraus gewonnene Gewinne tatsächlich auch im System der Versichertengemeinschaft verbleiben und reinvestiert werden müssen. Auf jeden Fall ist es skandalös, wenn diese Gewinne als Dividenden an die (internationalen) Finanzplätze abfliessen dürfen! Wohin dies führt, zeigt nämlich in letzter Konsequenz die aktuelle globale Finanzkrise: Zum Stopfen ebenso spektakulärer wie spekulativer Löcher in den Fonds von Finanzinvestoren, die sich wie heute mit Immobilien morgen schon mit anderen Geschäften “verzockt” haben können.
Nein: Gesundheit ist, in diesem Punkt verdient Herr Dr. Döllein ungeteilte Zustimmung, kein x-beliebiges Wirtschaftsgut! Wohl müssen Elemente des Wettbewerbs und wirksame Kontrollmechanismen sicherstellen, dass keine Mittel vergeudet werden. Doch “Freie Marktwirtschaft im Gesundheitswesen” würde bedeuten, das Schicksal von Patienten dem unternehmerischen Risiko zu unterwerfen, welches immer auch scheitern können soll. Das ist moralisch, gesellschaftlich und politisch unvertretbar!

Lesen und teilen>> Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • blinkbits
  • BlinkList
  • BlogMemes
  • co.mments
  • feedmelinks
  • Fleck
  • Furl
  • Ma.gnolia
  • NewsVine
  • PopCurrent
  • RawSugar
  • Reddit
  • Scoopeo
  • Simpy
  • Slashdot
  • SphereIt
  • Spurl
  • TailRank
  • Technorati
  • Webride
  • YahooMyWeb
  • YiGG
  • linkarena
  • Webnews

Weitere Beiträge zum Thema:

Alles klar beim privaten Klinikbetreiber?, Was lehrt uns die Finanzkrise?, Private Klinikbetreiber erleiden Rückschlag vor dem EuGH, Deutsche Apotheker in Europa - eine Woche der Entscheidungen, Gefahr erkannt - noch nicht gebannt!, Gefahren durch kurzatmige Kapitalmärkte, Vertagt bis 28. September: Das laute Schweigen über die Löcher im Gesundheitswesen, Braupolitische Kommunikation – Gefahr in Verzug, Grün, naiv und unwirtschaftlich ?, Widersinn in der Krise: Crash schwächt Börse und Staat - nur Pharma nicht, "Haltet den Dieb!" - Thiele: Der Staat ist schuld!, Land im Widerspruch, Die Generation der Amtsmüden, Nabucco – Der Koloss auf tönernen Füßen, Ein ganz einfacher Dreisatz, Kalkulierter Verfassungsbruch, Das Sparprogramm steht - und die Opposition formiert sich, Das Ziel ist klar, der Weg aber nicht, Gipfel der Elektromobilität - eine kleine Nachlese, Brüderle: keine deutschen Steuergelder für Griechenland, Gesund ist das nicht!, Das Henne-Ei-Problem – Die EU-Zahlungszielrichtlinie, Wo ein Wille, da ist ein Weg: CC im Bundestag, Wenn die Quelle versiegt, Banken und Politik, Abwrackprämie macht aus der Apotheke einen Discounter, Vorausschauendes Lobbying, Der frühe Vogel ..., Letzte Vorwahlkampf-Plenarsitzungswoche im Bundestag, Mehdorn holte eigene offensive Kommunikation ein, Vom "Sinn" der Großen Koalition und widersprüchlichen "Strohfeuern" , Verfassungswiderspruch, Wahres und Unangenehmes in der Sozialpolitik, Wirtschaft und Kompetenz, Bundeskanzlerin Merkel in der Strategiefalle, Das Imperium schlägt zurück..., Qou vadis FDP?, CO2 als Totschlagargument, Sozialismus? Bürgergesellschaft!, Moral setzt Freiheit voraus – Einschränkungen der Marktkommunikation sind kontraproduktiv für alle Beteiligten, "Gesundheitscheck" der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP), Das politische Dilemma , Schutz für die Wirtschaft, Arme Gerechtigkeit - die grüne Wertedebatte , Sandkastenspiele!, Frau Schavan, übernehmen Sie!, Taktik ist’s, die bestimmt!, Warum sehen wir den Silberstreif nicht?, Ordnungspolitischer Sündenfall oder Common Sense?, Was gesellschaftspolitisch richtig ist, macht auch ökonomisch Sinn, Sozialdemokratisierung? Modernisierung!, Eine Lobby für den Mittelstand!

und deren Tags:

Keine Tags

Einen Kommentar schreiben